Das Wechselmodell boomt

Vortragsabend informierte über ein viel diskutiertes Kinderbetreuungsmodell

am 03.12.2016

Prof. Dr. Hildegund Sünderhauf-KravetsDie abwechselnde Betreuung von Kindern getrennt erziehender Eltern, auch „Wechselmodell“ genannt, war Thema eines Vortrags von Prof. Dr. Hildegund Sünderhauf-Kravets, organisiert durch den Arbeitskreis Allein Erziehen Bamberg. Am vergangenen Dienstagabend informierten sich zahlreiche Zuhörerinnen und Zuhörer im Seniorenzentrum der AWO Bamberg über das Thema, das in den vergangenen Jahren auch in der Region Bamberg lebhaft diskutiert wurde.

Prof. Dr. Hildegund Sünderhauf-Kravets von der Evangelischen Hochschule Nürnberg referierte über das Modell, bei dem Kinder getrennt lebender Eltern im Idealfall jeweils die Hälfte der Zeit abwechselnd bei beiden Elternteilen verbringen. Damit ist das Wechselmodell der Gegenentwurf zum herkömmlichen Residenzmodell, nach dem die Kinder bei einem Elternteil leben und mit dem anderen Elternteil nur noch im Rahmen festgelegter Umgangszeiten Kontakt haben. Die Referentin betonte, dass das Wechselmodell in Deutschland noch kontrovers diskutiert werde, während es in den USA, Australien, Frankreich, Schweden, Spanien und Belgien bereits ein gesetzlich fest verankertes Regelungsmodell sei. In einer Resolution von 2015 hatte der Europarat gefordert, das Wechselmodell als Ausdruck geteilter elterlicher Erziehungsverantwortung nach Trennung und Scheidung als Leitbild in alle nationalen Rechtsordnungen aufzunehmen.

Prof. Dr. Hildegund Sünderhauf-Kravets beleuchtete in ihrem Vortrag soziologische, psychologische und juristische Gesichtspunkte, insbesondere mit Blick auf die Auswirkungen, die das Wechselmodell auf die betroffenen Kinder hat. Auch thematisierte sie die Voraussetzungen für eine Betreuung im Wechselmodell sowie dessen Grenzen. An den Vortrag schloss sich eine rege Diskussion zum Für und Wider des Wechselmodells an.

 Die Organisation des Vortragsabends lag in den Händen des Arbeitskreises Allein Erziehen Bamberg, unterstützt durch den Familienstützpunkt der AWO Bamberg, der Gesundheitsregion PLUS und dem Kreisjugendamt Bamberg.


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